Kurz erklärt
Gebrechlichkeit (Frailty) beschreibt einen Zustand verminderter Kraft und Reserven. Schon kleine Belastungen wie ein Infekt können dann zu Stürzen, Verwirrtheit oder Pflegebedürftigkeit führen.
| Häufigkeit | Etwa jeder Dritte über 65 stürzt mindestens einmal im Jahr |
|---|---|
| Folgen | Brüche, Angst vor erneutem Sturz, Rückzug |
| Zuständig | Hausarzt, Geriater, Physiotherapie |
Woran man es erkennt
- Ungewollter Gewichtsverlust, Erschöpfung
- Langsamer, unsicherer Gang, weniger Kraft beim Aufstehen
- Festhalten an Möbeln, Angst vor dem Gehen
- Wiederholte Stürze oder Beinahe-Stürze
Was im Alter besonders ist
Stürze haben fast immer mehrere Ursachen: Muskelschwäche, Schwindel, schlechtes Sehen, Stolperfallen und Medikamente wie Schlaf- und Beruhigungsmittel oder stark wirkende Blutdrucksenker. Nach einem Sturz ziehen sich viele aus Angst zurück – das beschleunigt den Kraftverlust.
Behandlung
Kraft- und Gleichgewichtstraining ist die wirksamste Maßnahme, auch im hohen Alter. Dazu kommen eiweißreiche Ernährung, Überprüfung der Medikamente, Behandlung von Seh- und Hörstörungen, passende Hilfsmittel wie Rollator oder Hüftprotektoren und eine sichere Wohnung.
Was Angehörige tun können
- Teppichkanten, Kabel und Schwellen beseitigen, Nachtlicht installieren
- Haltegriffe im Bad, rutschfeste Matten, Duschhocker
- Hausnotruf einrichten
- Medikamentenliste regelmäßig vom Arzt prüfen lassen
Wann sofort handeln
Nach einem Sturz mit Kopfverletzung (besonders unter Blutverdünnern), starken Schmerzen, Fehlstellung eines Beins oder wenn jemand nicht aufstehen kann: 112. Auch ein Sturz ohne sichtbare Verletzung sollte dem Hausarzt gemeldet werden.
So unterstützt Sie der Pflegedienst Tina
Wir mobilisieren, begleiten beim Duschen, prüfen die Wohnung auf Sturzgefahren und beraten zu Hausnotruf und Wohnraumanpassung. Bei vorliegendem Pflegegrad bezuschusst die Pflegekasse Umbauten mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme.
Häufige Fragen
Ist ein Rollator ein Zeichen von Schwäche?
Nein. Er gibt Sicherheit und erhält die Selbstständigkeit – und damit die Kraft.
Zahlt die Pflegekasse den Hausnotruf?
Mit Pflegegrad in der Regel ja, wenn die Person allein oder überwiegend allein lebt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Ihren Medikamenten wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Im Notfall: 112. Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117.
Stand: September 2026 · Krankenpflegedienst Tina, Offenbach am Main
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