Kurz erklärt
Bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die Herzkranzgefäße verengt. Der Herzmuskel bekommt dann bei Belastung zu wenig Sauerstoff. Verschließt sich ein Gefäß ganz, entsteht ein Herzinfarkt.
| Häufigkeit | Eine der häufigsten chronischen Erkrankungen ab 65 Jahren |
|---|---|
| Ursache | Ablagerungen in den Gefäßwänden (Arteriosklerose) |
| Zuständig | Hausarzt, Kardiologe |
Woran man es erkennt
- Druck, Enge oder Brennen in der Brust, oft bei Anstrengung oder Kälte
- Ausstrahlung in Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Oberbauch
- Luftnot, schnelle Erschöpfung, kalter Schweiß
- Bei älteren Menschen und Diabetikern oft untypisch: nur Übelkeit, Schwäche oder Verwirrtheit
Was im Alter besonders ist
Viele ältere Menschen haben keinen typischen Brustschmerz. Ein Infarkt kann sich nur durch plötzliche Schwäche, Atemnot oder Unruhe zeigen. Häufig bestehen gleichzeitig Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfette – diese Risikofaktoren verstärken sich gegenseitig.
Behandlung
Die Behandlung ruht auf drei Säulen: Medikamente (z. B. ASS, Cholesterinsenker, Betablocker, Blutdrucksenker), Risikofaktoren senken und – wenn nötig – das Gefäß aufdehnen und mit einem Stent offen halten oder eine Bypass-Operation. Nitrospray lindert akute Beschwerden.
Was Angehörige tun können
- Auf regelmäßige Einnahme der Medikamente achten, besonders der Blutverdünner
- Nitrospray griffbereit halten und wissen, wo es liegt
- Leichte, regelmäßige Bewegung fördern – nach Absprache mit dem Arzt
- Rauchstopp, salzarme und ausgewogene Ernährung unterstützen
Wann sofort 112 anrufen
Brustschmerz oder Engegefühl länger als fünf Minuten, der sich in Ruhe oder mit Nitrospray nicht bessert, plötzliche starke Atemnot, Kaltschweißigkeit oder Bewusstseinstrübung: sofort 112 wählen. Beim Herzinfarkt zählt jede Minute.
So unterstützt Sie der Pflegedienst Tina
Wir stellen und verabreichen Medikamente, kontrollieren Blutdruck, Puls und Gewicht und erkennen Verschlechterungen früh. Auf ärztliche Verordnung übernehmen wir diese Behandlungspflege nach § 37 SGB V – die Kosten trägt die Krankenkasse (gesetzliche Zuzahlung, sofern keine Befreiung besteht).
Häufige Fragen
Darf man mit KHK noch Treppen steigen?
In der Regel ja, wenn keine Beschwerden auftreten. Wie viel Belastung sinnvoll ist, legt der Arzt fest – oft hilft eine Herzsportgruppe.
Warum soll ASS nicht eigenmächtig abgesetzt werden?
Weil das Risiko für einen Infarkt oder Stentverschluss steigt. Vor Operationen oder Zahnbehandlungen entscheidet immer der Arzt.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Ihren Medikamenten wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Im Notfall: 112. Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117.
Stand: September 2026 · Krankenpflegedienst Tina, Offenbach am Main
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