Kurz erklärt
Bei Diabetes mellitus ist der Blutzucker dauerhaft zu hoch, weil der Körper zu wenig Insulin bildet oder es schlechter wirkt. Im Alter handelt es sich fast immer um Typ-2-Diabetes.
| Häufigkeit | Etwa jeder Vierte ab 70 Jahren ist betroffen |
|---|---|
| Folgeschäden | Augen, Nieren, Nerven, Füße, Herz und Gefäße |
| Zuständig | Hausarzt, Diabetologe |
Woran man es erkennt
- Großer Durst und häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit, Leistungsabfall, Gewichtsverlust
- Schlecht heilende Wunden, Juckreiz, häufige Infekte
- Kribbeln oder Taubheit in den Füßen
Was im Alter besonders ist
Das Durstgefühl lässt im Alter nach, deshalb bleibt Diabetes oft lange unbemerkt. Die größte Gefahr ist die Unterzuckerung (Hypoglykämie): Sie zeigt sich bei älteren Menschen häufig als Verwirrtheit, Schwindel oder Sturz statt als Zittern und Schwitzen. Die Therapieziele werden deshalb im Alter oft etwas lockerer gesetzt.
Behandlung
Grundlage sind Bewegung und ausgewogene Ernährung. Dazu kommen Tabletten wie Metformin oder neuere Wirkstoffe (SGLT-2-Hemmer, DPP-4-Hemmer) und bei Bedarf Insulin. Regelmäßige Kontrollen von Augen, Nieren und Füßen gehören dazu.
Was Angehörige tun können
- Anzeichen einer Unterzuckerung kennen und Traubenzucker bereithalten
- Mahlzeiten regelmäßig einplanen, besonders bei Insulin
- Füße täglich ansehen: Druckstellen, Rötungen, Wunden
- Bequeme, gut sitzende Schuhe; keine Wärmflaschen an gefühllosen Füßen
Wann sofort handeln
Bei Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Krampfanfall an Unterzucker denken: Ist die Person wach und kann schlucken, Traubenzucker oder zuckerhaltiges Getränk geben. Ist sie nicht ansprechbar: nichts einflößen, stabile Seitenlage, 112 anrufen.
So unterstützt Sie der Pflegedienst Tina
Wir messen Blutzucker, verabreichen Insulin, stellen Tabletten, übernehmen die Fußkontrolle und versorgen diabetische Wunden – mit zwei ICW-zertifizierten Wundexperten im Team. Auf ärztliche Verordnung zahlt die Krankenkasse diese Behandlungspflege (gesetzliche Zuzahlung, sofern keine Befreiung besteht).
Häufige Fragen
Muss man mit Diabetes auf Zucker ganz verzichten?
Nein. Kleine Mengen im Rahmen einer ausgewogenen Mahlzeit sind in Ordnung. Wichtiger sind regelmäßige Mahlzeiten und wenig zuckerhaltige Getränke.
Wer darf Insulin spritzen?
Der Betroffene selbst, geschulte Angehörige oder eine Pflegefachkraft. Kann niemand im Haushalt das sicher übernehmen, verordnet der Arzt die Insulingabe durch den Pflegedienst.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Ihren Medikamenten wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Im Notfall: 112. Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117.
Stand: September 2026 · Krankenpflegedienst Tina, Offenbach am Main
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