Kurz erklärt
Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im Alter. Sie sind gut behandelbar, werden aber oft übersehen, weil sie mit Altersbeschwerden verwechselt werden.
| Häufigkeit | Etwa jeder zehnte ältere Mensch hat eine behandlungsbedürftige Depression |
|---|---|
| Auslöser | Verluste, Einsamkeit, chronische Schmerzen, Krankheiten |
| Zuständig | Hausarzt, Psychiater, Psychotherapeut |
Woran man es erkennt
- Anhaltende Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Rückzug
- Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Appetitverlust
- Körperliche Beschwerden ohne klare Ursache
- Ständige Sorgen, Unruhe, Herzklopfen, Angst vor dem Alleinsein
Was im Alter besonders ist
Ältere Menschen sprechen seltener über Traurigkeit und klagen eher über Schmerzen oder Müdigkeit. Eine Depression kann wie eine Demenz wirken (Konzentrations- und Gedächtnisprobleme), ist aber behandelbar. Medikamente anderer Erkrankungen können die Stimmung beeinflussen.
Behandlung
Psychotherapie hilft auch im hohen Alter. Antidepressiva werden vorsichtig dosiert und auf Wechselwirkungen geprüft. Tagesstruktur, Bewegung, Licht und soziale Kontakte unterstützen die Behandlung. Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine sind im Alter wegen Sturzgefahr und Abhängigkeit nur kurz geeignet.
Was Angehörige tun können
- Veränderungen ansprechen, zuhören, nicht bagatellisieren („Reiß dich zusammen“)
- Zu Arztbesuch ermutigen und begleiten
- Kleine, feste Aktivitäten im Alltag einplanen
- Auf eigene Belastung achten
Wann sofort Hilfe holen
Wenn jemand über Sterbewünsche spricht oder sich zurückzieht und verabschiedet: ernst nehmen, nicht allein lassen und sofort Hilfe holen – Hausarzt, ärztlicher Bereitschaftsdienst 116 117 oder im Notfall 112. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr unter 0800 111 0 111 erreichbar.
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Unsere regelmäßigen Besuche geben Struktur und Kontakt. Wir erkennen Veränderungen früh, geben Medikamente zuverlässig und bieten Betreuungsleistungen, die Einsamkeit lindern.
Häufige Fragen
Sind Antidepressiva im Alter gefährlich?
Nicht grundsätzlich. Der Arzt wählt gut verträgliche Wirkstoffe und beginnt mit niedriger Dosis. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle.
Wie unterscheide ich Depression und Demenz?
Das kann nur eine ärztliche Untersuchung sicher klären. Hinweis: Menschen mit Depression klagen oft selbst über ihre Vergesslichkeit, Menschen mit Demenz spielen sie eher herunter.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Ihren Medikamenten wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Im Notfall: 112. Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117.
Stand: September 2026 · Krankenpflegedienst Tina, Offenbach am Main
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