Kurz erklärt
Harninkontinenz bedeutet ungewollten Urinverlust. Sie ist im Alter häufig, aber keine unvermeidliche Alterserscheinung – oft lässt sie sich bessern.
| Häufigkeit | Etwa jeder Dritte über 70 ist betroffen |
|---|---|
| Formen | Belastungs-, Drang-, Überlauf- und funktionelle Inkontinenz |
| Zuständig | Hausarzt, Urologe, Gynäkologe |
Woran man es erkennt
- Urinverlust beim Husten, Niesen, Heben (Belastungsinkontinenz)
- Plötzlicher, starker Harndrang, man schafft es nicht zur Toilette (Dranginkontinenz)
- Ständiges Tröpfeln, Gefühl der unvollständigen Entleerung (Überlauf, oft bei Prostatavergrößerung)
- Toilette wird wegen Gehproblemen oder Demenz nicht rechtzeitig erreicht (funktionell)
Was im Alter besonders ist
Viele Betroffene schämen sich und trinken weniger – das begünstigt Harnwegsinfekte, Verwirrtheit und Stürze. Auch Medikamente wie Entwässerungstabletten können Inkontinenz verstärken. Nasse Haut ist anfällig für Entzündungen und Druckgeschwüre.
Behandlung
Beckenbodentraining, Toilettentraining nach festem Plan, Behandlung von Infekten und Anpassung der Medikamente. Bei Dranginkontinenz helfen Medikamente, bei Prostatavergrößerung Tamsulosin oder eine Operation. Aufsaugende Hilfsmittel verordnet der Arzt.
Was Angehörige tun können
- Ausreichend trinken lassen, am Abend etwas weniger
- Feste Toilettenzeiten, freier Weg zur Toilette, Nachtlicht
- Leicht zu öffnende Kleidung
- Haut nach jedem Einnässen sanft reinigen und schützen
Wann zum Arzt
Bei Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin, Fieber oder wenn plötzlich gar kein Urin mehr kommt (Harnverhalt – schmerzhaft, Notfall).
So unterstützt Sie der Pflegedienst Tina
Wir unterstützen diskret bei Intimpflege und Toilettengang, schützen die Haut, versorgen Blasenkatheter und beraten zu Inkontinenzhilfsmitteln, die die Krankenkasse übernimmt.
Häufige Fragen
Soll man weniger trinken, um Inkontinenz zu vermeiden?
Nein. Zu wenig Trinken konzentriert den Urin, reizt die Blase und fördert Infekte. Meist sind 1,5 Liter am Tag sinnvoll, wenn der Arzt nichts anderes vorgibt.
Zahlt die Kasse Einlagen?
Ja, bei ärztlicher Verordnung. Es fällt eine gesetzliche Zuzahlung an, höchstens 10 Euro pro Monat.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden oder Fragen zu Ihren Medikamenten wenden Sie sich bitte an Ihre Hausärztin, Ihren Hausarzt oder Ihre Apotheke. Im Notfall: 112. Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117.
Stand: September 2026 · Krankenpflegedienst Tina, Offenbach am Main
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