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Ältere Frau sitzt wach auf ihrem Bett in der Nacht, symbolische Darstellung für Schlaflosigkeit im Alter

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2. April 2025

Schlafstörungen im Alter: Warum sie gefährlicher sind, als Du denkst – und wie Du Betroffenen wirklich helfen kannst

„Schlaf gehört doch einfach zum Alter dazu, oder?“

Diese Aussage hören wir ständig – von Angehörigen, Pflegekräften, manchmal sogar von Ärztinnen und Ärzten. Aber genau hier liegt das Problem: Schlafstörungen bei älteren Menschen werden chronisch unterschätzt. Sie gelten als normale Alterserscheinung, obwohl sie gravierende Folgen haben können.

Was viele nicht wissen: Schlechter Schlaf im Alter ist kein harmloser Nebeneffekt des Älterwerdens – sondern oft eine ernstzunehmende Erkrankung, die nicht nur den Alltag erschwert, sondern auch die Lebensqualität und Gesundheit nachhaltig beeinträchtigt. Besonders in Pflegeeinrichtungen ist das Thema hochrelevant – und dennoch in vielen Häusern noch nicht wirklich angekommen.

In diesem Beitrag zeige ich Dir, was hinter dem Schlafproblem im Alter steckt, warum Pflegeeinrichtungen dringend umdenken sollten – und vor allem, welche konkreten Maßnahmen helfen, um Betroffenen endlich besser zu helfen.

Die unterschätzte Schlaf-Krise: Zahlen, die aufrütteln

Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland leidet an Schlafstörungen – bei Menschen über 60 Jahren liegt die Quote laut AOK-Informationen sogar bei über 50 Prozent. In Pflegeheimen ist es besonders kritisch: Viele Bewohner sind multimorbid, nehmen zahlreiche Medikamente ein und bewegen sich kaum. Ein idealer Nährboden für Schlafprobleme.

Doch das größte Problem: Schlafstörungen werden häufig gar nicht erkannt oder nicht ernst genommen. Angehörige und Pflegekräfte deuten Unruhe, Rückzug oder Tagesmüdigkeit häufig falsch. Die Betroffenen selbst sprechen selten offen darüber – oder halten es für „normal“.

Aber: Chronische Schlafstörungen sind keine Lappalie!

Sie können...

  • … Depressionen und Angstzustände verstärken.
  • … die Mobilität verschlechtern.
  • … Stürze und Unfälle begünstigen.
  • … die kognitive Leistungsfähigkeit schwächen.
  • … soziale Isolation verstärken.

Und nicht zuletzt: Sie mindern die Lebensqualität enorm.

Was genau sind Schlafstörungen – und wie zeigen sie sich im Alter?

Der Begriff „Schlafstörung“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Probleme rund um den Schlaf. Im Alter treten vor allem diese Formen häufig auf:

  • Insomnien: Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, häufiges nächtliches Aufwachen, sehr frühes Erwachen – und das regelmäßig über Wochen oder Monate.
  • Hypersomnie: Ein übermäßiges Schlafbedürfnis, oft als Folge eines unausgewogenen Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Parasomnien: Schlafwandeln, Albträume, Zähneknirschen – auch im Alter noch verbreitet, wenn auch seltener.
  • Nicht-erholsamer Schlaf: Man schläft vermeintlich genug – fühlt sich aber nie wirklich ausgeruht. Besonders tückisch, weil es nicht sofort auffällt.

Ursachen: Warum schlafen ältere Menschen schlechter?

Die Ursachen sind vielfältig – und oft miteinander verknüpft. Hier die wichtigsten Einflussfaktoren:

  • Ungünstige Schlafumgebung: Lärm, Lichtquellen, zu warme oder kalte Räume – auch die Schlafqualität leidet darunter.
  • Medikamente: Viele Medikamente wirken schlaffördernd oder -störend. Besonders kritisch wird es bei Kombinationen.
  • Chronische Krankheiten: Schmerzen, Atembeschwerden, Herzprobleme oder neurologische Erkrankungen wie Parkinson stören den Schlafrhythmus.
  • Bewegungsmangel: Wer sich tagsüber nicht bewegt, wird abends nicht müde.
  • Wenig Tageslicht: Gerade in Pflegeeinrichtungen ist das Lichtangebot oft gering – und Licht ist ein zentraler Taktgeber für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.
  • Psychische Belastung: Einsamkeit, Trauer, Angst oder Überforderung können massive Auswirkungen auf den Schlaf haben.

Was hilft wirklich? Die besten Tipps gegen Schlafstörungen im Alter

1. Klarer Tag-Nacht-Rhythmus

  • Morgens: Licht, frische Luft, Aktivität
  • Abends: Ruhige Atmosphäre, gedämpftes Licht, Rituale

→ Wichtig: Nächte dürfen nicht zu lang sein – das kann Hypersomnie fördern!

2. Regelmäßiger Tagesablauf

  • Feste Essens- und Schlafenszeiten helfen dem Körper, sich zu regulieren.
  • Routinen geben Sicherheit – besonders für Menschen mit Demenz.

3. Bewegung & geistige Aktivität

  • Auch kleine Bewegungen reichen, um den Kreislauf zu aktivieren.
  • Kognitive Impulse durch Gespräche, Spiele, Rätsel oder Musik.

4. Natürliche melatoninhaltige Lebensmittel

  • Melatonin ist ein Hormon, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert.
  • Eine Handvoll Nüssen am Abend kann schlaffördernd wirken, am besten geeignet sind Pistazien.
  • Auch andere Nüsse enthalten ca. 23 g Melatonin auf 100 g Nüssen.

5. Tageslicht und Lichttherapie

  • Helle Räume, Spaziergänge oder Lichtlampen helfen, die innere Uhr zu stabilisieren.

6. Verzicht auf Schlafmittel (wenn möglich)

  • Besser: Hausmittel wie Lavendel, Melisse, Baldrian, Einschlafmusik, Wärmflaschen oder Entspannungsübungen.

7. Professionelle Schlafberatung

  • Der Grundkurs der Alice Salomon Hochschule Berlin schult Pflegekräfte und zeigt praxisnah, wie man Betroffene erkennt, unterstützt und begleitet.

Checkliste für Pflegeeinrichtungen: 7 Fragen zur Sofortumsetzung

  1. Gibt es einen festen Tagesrhythmus mit klarer Struktur?
  2. Wird gezielt zwischen Tag und Nacht unterschieden (Licht, Geräusche, Aktivitäten)?
  3. Werden Bewohner mit Schlafproblemen aktiv gefördert – oder isoliert?
  4. Gibt es eine gezielte Bewegungsförderung – auch im Sitzen?
  5. Wird der Medikamentenplan regelmäßig überprüft (Schlafmittel, Nebenwirkungen)?
  6. Gibt es Zugang zu Tageslicht oder Lichttherapie?
  7. Haben Pflegekräfte ausreichendes Wissen über Schlafstörungen im Alter?

Falls Du hier bei mehreren Fragen zögern musst: Es ist Zeit zu handeln.

Deine Meinung zählt: Wie gehst Du mit Schlafstörungen um?

Kennst Du ähnliche Situationen aus Deiner Pflegeeinrichtung? Hast Du vielleicht Angehörige, die schlecht schlafen und kaum Unterstützung bekommen? Teil Deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren! Je mehr wir darüber sprechen, desto schneller holen wir dieses Tabuthema aus der Ecke.

➡ Haben Sie Fragen oder möchten mehr wissen? Kontaktieren Sie uns – wir informieren Sie gerne über die kommenden Änderungen!

Ältere Frau sitzt wach auf ihrem Bett in der Nacht, symbolische Darstellung für Schlaflosigkeit im Alter
Autor
Experte für ambulante Krankenpflege
069 98195037
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