2 MIN. LESEZEIT
Hautpflege bei älteren Menschen: Was Angehörige und Pflegende wissen sollten
Trockene, empfindliche Haut ist im Alter keine Seltenheit. Erfahre, wie du mit der richtigen Hautpflege Beschwerden vermeidest, Hautprobleme frühzeitig erkennst und welche Produkte wirklich helfen.
Warum Hautpflege im Alter so wichtig ist
Die Haut ist unser größtes Organ – und gerade bei älteren Menschen besonders empfindlich. Mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität ab, die Talgproduktion reduziert sich und die Hautbarriere wird schwächer. Die Folge: trockene, juckende, rissige Haut – manchmal mit schwerwiegenden Folgen wie Entzündungen oder Druckgeschwüren.
Gerade in der Pflege ist eine gute Hautpflege kein „Nice to have“, sondern ein zentraler Bestandteil der täglichen Versorgung.
Typische Hautveränderungen im Alter
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Hautstruktur spürbar:
- Weniger Feuchtigkeit: Die Haut trocknet schneller aus
- Weniger Fett: Schutzfunktion der Haut nimmt ab
- Dünnere Hautschichten: Verletzungen entstehen schneller
- Verzögerte Wundheilung: Auch kleine Risse können sich entzünden
- Juckreiz: Ein häufig unterschätztes Pflegeproblem
Diese Veränderungen betreffen nicht nur hochbetagte Menschen – auch jüngere Pflegebedürftige (z. B. nach Krankheit) können unter ähnlichen Symptomen leiden.
Die richtige Hautpflege: Was wirklich hilft
1. Sanfte Reinigung statt aggressiver Produkte
Vermeide seifenhaltige oder alkoholische Produkte. Besser:
Rückfettende Waschprodukte
pH-hautneutrale Lotionen (ca. pH 5,5)
Nur lauwarmes Wasser verwenden
2. Regelmäßiges Eincremen
Nach dem Waschen ist die Haut besonders aufnahmefähig. Wichtig:
- Feuchtigkeitsspendende Cremes mit Urea, Panthenol oder Aloe Vera
- Besonders trockene Stellen (z. B. Schienbeine) gezielt eincremen
- Keine stark parfümierten Produkte verwenden
3. Hautbeobachtung – ein Muss in der Pflege
Wer regelmäßig cremt, erkennt Veränderungen schneller:
- Hautrötungen
- Druckstellen
- Schuppung oder nässende Stellen
Bei Auffälligkeiten sofort die Pflegekraft oder Ärztin informieren.
Was tun bei häufigen Hautproblemen?
Trockene Haut / Juckreiz:
- Urea-haltige Pflegeprodukte (ab 5–10 %)
- Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen erhöhen
- Baumwollkleidung statt Wolle
Druckstellen & Dekubitus-Risiko:
- Wechsellagerung, ggf. Lagerungshilfen
- Hautschutzprodukte (z. B. Zinksalbe)
- Hautdokumentation bei Pflegekräften
Lichtempfindlichkeit:
- Leichte UV-Schutzcremes verwenden
- Direkte Sonne meiden (v. a. Medikamente + empfindliche Haut)
Pflegehilfsmittel zur Hautpflege – was wird übernommen?
Die Pflegekasse zahlt im Rahmen des Pflegehilfsmittelpakets (40 €/Monat) oft auch Produkte zur Hautpflege, z. B.:
- Waschlotionen
- Einmalhandschuhe
- Schutzcremes
- Desinfektionsmittel
Wichtig: Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad. Der Antrag ist unkompliziert und kann online gestellt werden – z. B. über Anbieter wie SmartVersorgt.de.
Fazit: Gute Hautpflege ist aktive Gesundheitsvorsorge
Die richtige Hautpflege bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen schützt vor Schmerzen, Infektionen und Folgeproblemen. Wer regelmäßig pflegt, beugt vor – und erkennt Veränderungen frühzeitig.
Tipp für Angehörige: Nehmt euch 1x pro Woche bewusst Zeit, um die Haut eurer Liebsten genau zu betrachten – gerade an Fersen, Rücken und Ellenbogen. Gemeinsam mit Pflegediensten kann so viel verhindert werden.
Jetzt beraten lassen
Du möchtest wissen, welche Pflegeprodukte sinnvoll sind? Oder brauchst Hilfe beim Antrag auf Pflegehilfsmittel?
Unser Pflegeteam steht dir gerne zur Seite – persönlich & verständlich. Jetzt Kontakt aufnehmen oder Blog teilen!
